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Herzklappenersatz am schlagenden Herzen ohne Narkose
Original-Pressemitteilung: Klinikum Wels-Grieskirchen

Prim. Priv.-Doz. Dr. Ronald Binder, Leiter der Abteilung für Innere Medizin II, Kardiologie und Intensivmedizin, Klinikum Wels-Grieskirchen

Forschung und Entwicklungen der letzten Jahrzehnte haben zu immer schonenderen Eingriffstechniken am Herzen geführt. Dank minimalinvasiver Methoden erholen sich Patienten auch nach komplexen Interventionen rasch. Medizinische Innovationen werden im Klinikum Wels-Grieskirchen vorangetrieben und so konnte in Wels erstmals eine Herzklappe an einem wachen Patienten ersetzt werden. Der Zugang über die Leiste erfolgte in örtlicher Betäubung, der Patient war wach, konnte während des Eingriffs sprechen und am nächsten Morgen bereits wieder aufstehen.

Bei den vier menschlichen Herzklappen ist die Verengung der Aortenklappe, die Aortenstenose, der häufigste Herzklappenfehler. Zur Symptomatik zählen Atemnot, Brustschmerzen, Leistungsminderung oder Ohnmachtsanfälle. Durch die andauernde Mehrbelastung wird der Herzmuskel chronisch geschädigt. Der Ersatz der Aortenklappe durch ein interdisziplinäres Team von Herzspezialisten ist für diese Patienten die beste Therapie. „Mit der sogenannten TAVI, der Transkatheter-Aortenklappen-Implantation, steht seit über zehn Jahren am Klinikum eine äußerst schonende Eingriffstechnik und Alternative zu einer offenen Operation zur Verfügung“, erklärt Ronald Binder, Leiter der Inneren Medizin II, Kardiologie und Intensivmedizin am Klinikum Wels-Grieskirchen. Durchgeführt wird die kathetergestützte Herzklappenimplantation von Kardiologen und Herzchirurgen. „Bei der TAVI wird die Ersatzklappe in gefaltetem Zustand über einen Herzkatheter an ihren Einsatzort gebracht und dort entfaltet“, so Binder. Dies geschieht bei schlagendem Herzen.

 

Eine Öffnung des Brustkorbes, ein Einsatz der Herz-Lungen-Maschine oder eine künstliche Beatmung werden dabei nicht benötigt. Beim 81-jährigen Welser Patienten erfolgte der Zugang zum Herzen über die großen Blutgefäße von der Leiste aus. „Darüber hinaus wurde bei dieser Intervention erstmals in Wels eine Herzklappe an einem wachen Patienten ersetzt. Er konnte sich während des Eingriffs mit uns unterhalten. Der Zugang über die Leiste in örtlicher Betäubung ist sehr schonend und die Patienten kommen nach dem Eingriff schneller wieder auf die Beine“, führt der Kardiologie-Primar aus. Nach einer kurzen Beobachtungsphase auf der Überwachungsstation konnte der Welser Patienten am nächsten Morgen bereits wieder aufstehen und auf die Normalstation wechseln. „Vorher blieb mir bei Anstrengung die Luft weg, jetzt geht es mir wieder sehr gut!“, berichtet er.

v.l.n.r.: Stationsleiterin Melanie Haider, Prim. Priv.-Doz. Dr. Ronald Binder, Leiter der Abteilung für Innere Medizin II, Kardiologie und Intensivmedizin, der 81-jährige Patient, Herzchirurg OA Dr. Edin Srndic und Dr. Martin Wernhart. Der 81-jährige Patient aus Wels litt vor dem Eingriff unter starker Atemnot bei Belastung – nach dem schonenden Herzklappenersatz ohne Narkose war er schnell wieder fit, er kann jetzt wieder tief durchatmen.

DIE KARDIOLOGIE AM KLINIKUM WELS-GRIESKIRCHEN. Die Abteilung für Innere Medizin II, Kardiologie und Intensivmedizin, leistet seit rund 35 Jahren Spitzenmedizin in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Heute werden pro Jahr mehr als 4.000 Eingriffe im Herzkatheterlabor vorgenommen und über 1.000 Stents gesetzt. Für die Betreuung der Patienten stehen sämtliche nicht-invasiven und invasiven Untersuchungsmethoden zur Verfügung, das therapeutische Spektrum umfasst alle Möglichkeiten der modernen Kardiologie auf internationalem Niveau. Die Abteilung für Innere Medizin II ist maßgeblich an internationalen Forschungsprojekten beteiligt.

Mehr Informationen zur Kardiologie am Klinikum Wels-Grieskirchen finden Sie unter www.klinikum-wegr.at / Medizin und Pflege / Innere Medizin II.

 

OÖ. REFERENZZENTRUM FÜR HERZ-, GEFÄSS- UND THORAXCHIRURGIE. Gemeinsam mit der gleichnamigen Abteilung des Kepler Universitätsklinikums bildet die Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie (Chirurgie I) am Klinikum Wels-Grieskirchen das größte Referenzzentrum für Herzchirurgie in Österreich unter Leitung des international renommierten Herzspezialisten Prof. Dr. Andreas Zierer. Die Abteilung am Klinikum Wels-Grieskirchen hat sich mit rund 1.700 Patienten im Jahr durch ihre hohe herz-, thorax- und gefäßchirurgische Versorgungsqualität über Jahrzehnte als Kompetenzzentrum etabliert. Durch die Zusammenarbeit mit dem Kepler Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät werden Behandlungen am neuesten Stand der Wissenschaft nachhaltig gewährleistet. Patienten profitieren an beiden Standorten von der Anwendung innovativer und hochqualitativer Technologien. Schwerpunkte sind unter anderem die minimalinvasive Klappenchirurgie, wie die videoassistierte Mitralklappenrekonstruktion über eine rechtsseitige anterolaterale Mini-Thorakotomie, die Aortenchirurgie oder die kathetergestützte Herzklappen-Implantation gemeinsam mit den Experten der Kardiologie.

Mehr zur Herzchirurgie auf internationalem Niveau lesen Sie unter www.klinikum-wegr.at / Medizin und Pflege / Herz-, Gefäßund Thoraxchirurgie.

Weitere Informationen:
Klinikum Wels-Grieskirchen

 

Rückfragen an:
Mag. Renate Maria Gruber, MLS, A-4600 Wels, Grieskirchner Straße 42,
Tel: +43 7242 415 – 93270, Mobil: +43 699 1492 3270
E-Mail: renate.gruber@klinikum-wegr.at